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  • STUDENT´S ACADEMY 2018 - WE LIKE TO MOVE IT !

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Airtramp: Fortibildungen und Verwaltung

Das Airtramp ist ein großes Luftkissen, das in Größe und Form z.B. 9x9x1 m, individuell angefertigt wird, das innerhalb von 3 Minuten mit Hilfe eines elektrischen Gebläses mit Luft gefüllt wird und bei konstantem Luftdruck eine gezielte motorische Förderung erlaubt

Es wurde 1970 von Ruud Steuer, einem niederländischen Bewegungstherapeuten, entwickelt.

Es besteht aus einer hochwertigen Polyesterfaser der Hoechst AG (Trevira) und ist mit PVC beschichtet. Die Übungsfläche ist 90 cm hoch, der Außenwulst 110 cm hoch und 1 m breit. Dicke Knöpfe, die mit der Unterfläche jeweils durch Polyesterleinen verbunden sind, teilen die Oberfläche in gleichmäßige Quadrate auf.

Im Inneren sorgt dieses flexible System von Polyesterleinen im aufgeblasenen Zustand des Airtramps für eine gleichmäßige Verteilung der Kräfte und steigert so die Eigendynamik des Gerätes.

Eine seitliche, mit Klettverschluss und dicken Schnüren abgesicherte Öffnung, ermöglicht es, auch das Innere des Airtramps in die psychomotorische Förderung mit einzubeziehen.

Wichtig jedoch für die Arbeit im oder auf dem Airtramp sind eine Reihe von Benutzungsregeln.

Der Gestehungspreis eines Airtramps mit Gebläse beträgt rund 12.000,- Euro.

Das Medium Airtramp spricht alle Altersgruppen an : Klein.- und Schulkinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren, behinderte und nicht behinderte Menschen.

Der Anblick dieser Riesenmatratze, die sich aufbläht und bewegt, löst bei den meisten Kindern und Erwachsenen einen spontanen Bewegungs- und Erfahrungsdrang aus. Das Airtramp birgt aber einige Gefahren, die sich ausschalten lassen, wenn man sie kennt.

Eine mindestens 18-stündige obligatorische Grundausbildung, die der LAP allen interessierten Pädagogen und Therapeuten anbietet, soll ihnen duch intensive Selbsterfahrung helfen, das Airtramp in ihre Arbeit einzubeziehen. (Link zum Einschreibungsformular).


Beschäftigt man sich eingehender mit dem Medium Airtramp, so stellt man fest, dass es insgesamt noch sehr wenig Literatur hierzu gibt. Das ist umso erstaunlicher, da dieses Gerät inzwischen seit 35 Jahren auf dem Markt ist und überall dort, wo es eingesetzt wird, immer wieder auf große Begeisterung stößt.

Als beweglicher Untergrund fördert das Airtramp :

  • die taktil-kinästhetisch-vestibuläre Erfahrung, unabhängig von der gezielten Aktivität
  • die permanente Koordination der Bewegung (ob in horizontaler oder vertikaler Körperposition)
  • durch die starke Eigendynamik des Gerätes eine unmittelbare Rückmeldung über das eigenen Tun
  • eine Erweiterung des Bewegungsrepertoires – das Airtramp gibt Hilfestellungen und ermöglicht neue Erfahrungen und Körperlagen
  • eine ungebremste Bewegungsfreude durch die intensive und bewusste Körperwahrnehmung
  • Sicherheit und Freiraum beim Experimentieren mit ungewohnten Bewegungsmöglichkeiten wie Fallenlassen oder Purzelbaumschlagen
  • Rücksichtnahme und Kooperation (Auswirkung der Bewegung eines einzelnen auf die ganze Gruppe)
  • Verbesserung der Konzentration, der Ausdauer und des Selbstvertrauens
  • Stabilisierung der körperlichen und emotionalen Befindlichkeit


Das Airtramp eignet sich hervorragend zur Diagnostik, Erziehung und Therapie und behält über viele Jahre hinweg eine motivierende Wirkung.

Der LAP verfügt, dank der finanziellen Unterstützung durch Sponsoren und Ministerien, über zwei Airtramps, eins in Luxemburg-Rollingergrund (seit 1983) und eins in Steinheim.

Die Liste der Airtramp in Luxemburg finden Sie unter HIER als pdf Dokument

Was muss ich tun um mit einer Gruppe auf dem Airtramp zu arbeiten ?

  • Mitglied im LAP sein.
  • Teilnahme an einer Fortbildung von 18 Stunden « initiation au travail sur l’Airtramp ». Diese Fortbildung wird 3 bis 4 mal im Jahr vom LAP angeboten.
  • Teilnahme an einer der Versammlungen, welche jährlich im Juli stattfinden um die Stundenverteilung auf dem AT im Rollingergrund und in Steinheim zu organisieren.

Benutzungsregeln des Airtramps :

1 ) Man soll das Airtramp nur mit leichten Gymnastikschuhen benutzen. Barfuß wäre ideal, ist aber unhygienisch. Mit Socken besteht Rutschgefahr, vor allem beim Aufsteigen.
2 ) Die Sportkleidung soll bequem und leicht sein.
3 ) Die Brillen werden abgelegt. Sportbrillen können verwendet werden
4 ) Jeglicher Schmuck wird abgelegt.
5 ) Die Hosentaschen werden entleert.
6 ) Orthopädische Hilfsmittel werden abgelegt.
7 ) Über das leere oder das sich entleerende Gerät darf man nur vorsichtig auf allen Vieren kriechen.
8 ) Gesprungen wird nur auf voll aufgeblasenem Gerät bei laufendem Gebläse.
9 ) Vorsicht ist auf dem Wall geboten (Absturzgefahr).
10 ) Jeder soll Abstand von dem anderen halten.
11 ) Je größer die Gruppe, desto größer die Disziplin. Nur angesagte Übungen und Spiele dürfen durchgeführt werden.
12 ) Auf Anspannung sollte Entspannung folgen.
13 ) Wichtiger Hinweis : blaue Lippen, Blässe im Gesicht oder überrotes Gesicht sind deutliche Anzeichen von Überanstrengung
14 ) Es darf niemals vom Airtramp heruntergesprungen werden.
15 ) Wilde und unüberlegte Sprünge sollte man unterlassen.
16 ) Immer nur mir etwa gleich schweren Kindern oder Jugendlichen aufs Airtramp gehen, sonst besteht Schleudergefahr aufgrund von Gewichtsunterschieden.
17 ) Beim Stundenaufbau gelten die Prinzipien :
  • vom Horizontalen zum Vertikalen
  • vom Leichten zum Schweren
18 ) Aufstiegsmöglichkeiten :
  • sich auf das leere, am Boden liegende Gerät legen, und mit Hilfe des Gebläses hochheben lassen (dabei ist auf eine gleichmäßige Verteilung zu achten)
  • mit etwas Anlauf einbeinig dem Gerät in die Seite treten
  • mit etwas Anlauf mit beiden Knien gleichzeitig aufspringen
  • Anlauf und Rolle vorwärts auf das Airtramp
  • sich mit Hilfe der verschränkten Finger des Lehrers hochheben lassen
  • mit Hilfe einer Mattentreppe, einem Turnkasten, einer Bank oder eines Riesenballes auf das Airtramp steigen.
19 ) Abstiegsmöglichkeiten :
  • sitzend langsam herunterrutschen
  • in Bauchlage, rückwärts mit den Füßen voraus, abrutschen
  • in Rückenlage liegen bis die Luft raus ist (das Gebläse abstellen). Achtung ! Vorsichtig auf allen Vieren herunterklettern!
20 ) Bei der Arbeit im Inneren des Airtramps muss man sich vergewissern, dass niemand währenddessen auf das Airtramp steigt.
21 ) Niemals aus dem Stand eine gestreckte Knie- oder Bauchlandung (Gefahr einer Lendenwirbelfraktur) machen. Nur die Banklandung zulassen!
22 ) Bei der Arbeit auf dem Airtramp ohne visuelle Kontrolle muss der Wulst unbedingt abgesichert sein.
23 ) Für Kinder mit Herz-Kreislauf-Problemen oder Anfallsleiden ist eine ärztliche Erlaubnis einzuholen.
24 ) Bei Anfallskindern ist Vorsicht geboten, da die Dynamik des Gerätes eventuell überstimulierend wirken kann. Eine zeitliche Begrenzung drängt sich hier auf, da die Krisenbereitschaft ansteigen kann.
25 ) Trampolin- und Airtramparbeit sind verboten bei hohem Blutdruck.
26 ) Vorsicht ist geboten bei Ohrenbeschwerden und Schwindelgefühlen. Hier sollte besonders zu Anfang eine zeitliche Dosierung, die nach und nach angepasst werden kann, stattfinden.
27 ) Schwierigkeiten bestehen bei Einäugigen, da ihr Distanz- und Tiefensehen beeinträchtigt ist.
28 ) Hautkranke dürfen, wenn überhaupt, nur im Trainingsanzug mit Gymnastik- und Handschuhen springen, um eine Ansteckung zu vermeiden.
29 ) Ist eine Gruppe zu groß oder unruhig, so sollte man sie aufteilen in eine Beobachtergruppe auf dem Boden und eine Arbeitsgruppe auf dem Airtramp und anschließend wechseln. Hier sollten 2 Betreuer dabei sein.

 





Link Bibliothek


Bibliografie :


-    BURMEISTER, Adolf
Das Airtamp in der Bewegungserziehung und –therapie
MOTORIK, 1981, 3

-    TAPELLA, Pascale
L’éducation psychomotrice à l’aide de l’Airtramp
Mémoire, 1993

-   KÜVELER, H
Welche Möglichkeiten bietet das Airtramp für die motorishe Entwicklungsförderung?
Notes de stage 1986